Amtsblatt Oberschöna Amtsblatt Oberschöna

Hier finden Sie unsere aktuelle Ausgabe.

Bräunsdorf

Das heutige kulturelle Leben Bräunsdorfs wird überwiegend durch ein breites Vereinswesen bestimmt, so existiert ein Erzgebirgszweigverein des Erzgebirgsvereins, gegründet 1905 und reaktiviert im Jahr 2001, der landeskulturelle Ziele, wie das Ausschildern und Pflegen von Wanderwegen, heimatgeschichtliche Vorträge, sowie das beleben von Volkskunst verfolgt.

Darüber hinaus gibt es seit 1930 den Imkerverein „Striegistal“, seit 1964 den Kaninchen- und Geflügelzüchterverein Bräunsdorf und seit 1893 den , Sportverein „Einheit“ Bräunsdorf. Außerdem besteht seit 1886 eine Freiwillige Feuerwehr, mit derzeit 58 Mitgliedern, und eine Ortsgruppe der Volkssolidarität.

 

Historische Bauwerke

  • Ritterguts- und Heimgelände mit Kapelle
  • Huthaus der Neuen Hoffnung Gottes Fundgrube und weitere bergbauliche Anlagen, wie Halden, Kunstteiche, Kanäle, Pulverkammer usw.
  • Wasserturm im Stil des Historismus
  • Schule aus dem Jahre 1910 im Heimatstil
  • Kriegerdenkmal von 1926

 

Die Kapelle Bräunsdorf ließ Romanus Teller im Jahre 1722, als Dank für den reichen Bergsegen der Bräunsdorfer Gruben, errichten. Der Bau kostete damals 200 Thaler und in das als Bethaus bezeichnete Gebäude wurde auch eine öffentliche Schule integriert. Hauptkirchgebäude blieb jedoch stets die Kirche Langhennersdorf, so fanden in Bräunsdorf Gottesdienste nur viermal jährlich Sonntags und an den Bußtagen statt. Jeden Sonntag wurde jedoch eine Nachmittagsbetstunde gegeben.

Zu Beginn des 19. Jh. verfiel die Kapelle zusehends, 1809 entstand darüber hinaus Schaden durch Blitzschlag. Der damalige Gutsbesitzer v. Kleefeld plante daraufhin einen Umbau zu einem Fabrikgebäude, konnte seine Pläne jedoch wegen Geldmangel nicht verwirklichen.

Mit der Übernahme des Rittergutes durch das Königreich Sachsen und der Einrichtung der Landeswaisenanstalt 1824, wurde das Kirchgebäude dann zur Anstaltskirche, betreut durch zwei Geistliche, und der Verantwortung der Landeskirche entzogen. Gottesdienste für die Einwohner Bräunsdorfes, durch den Pfarrer aus Langhennersdorf, fanden nur noch vereinzelt statt, doch blieb die öffentliche Schule bis 1910 im Gebäude und auch die Nachmittagsgebetsstunden wurden weiterhin gehalten.

Die Kapelle wurde 1824 durch den Staat Sachsen umfassend saniert und umgebaut, erhielt 1826 eine Orgel und konnte 1905 um einen Turm erweitert werden, welcher im Jahre 2004 auf Grund von Baufälligkeit wieder abgetragen wurde.

Heute zeigt sich die unter Denkmalschutz stehende Kapelle in einem sehr desolaten Zustand, sie wurde jedoch im Mai 2007 unter großer regionalmedialer Aufmerksamkeit versteigert. Als Besonderheit ist der Aufbau des Gebäudes einzuschätzen, befinden sich doch die Lehr- und Wohnräume im Erdgeschoß und der Kirchenraum im ersten Stockwerk.

© Copyright 2017 Gemeindeverwaltung Oberschöna